„KI und Social Media: Digitale Herausforderungen für die Politische Bildung“. Unter diesem Titel fand am 17.09.2026 der 34. Tag der Politischen Bildung des Niedersächsischen Landesverbands der Deutschen Vereinigung für Politische Bildung in Hannover statt. Etwa 150 Politische Bildner*innen aus Schule, außerschulischer Bildung und Wissenschaft kamen in den Räumen der Leibniz Universität Hannover zusammen, um sich über aktuelle Problemstellungen, innovative Methoden und offene Fragen im Kontext der raschen Entwicklung und Verbreitung sogenannter Künstlicher Intelligenz sowie der angeregten Diskussion um den Einfluss und die Nutzung Sozialer Medien auszutauschen. Unterstützt wurde der Fachtag von der Niedersächsischen Landeszentrale für politische Bildung, dem Niedersächsischen Kultusministerium und dem Institut für Didaktik der Demokratie.
Nach der Eröffnung durch den Zweiten Landesvorsitzenden Michael Nagel und einer Begrüßung durch den Landesvorsitzenden Dr. Moritz Peter Haarmann sowie durch Vertreter*innen der drei unterstützenden Institutionen rahmte der Journalist und Kommunikationswissenschaftler Ingo Dachwitz den Fachtag mit der ersten Keynote. Unter dem Titel „Digitaler Kolonialismus: Wer zahlt den Preis für unseren Fortschritt?“ zeigte er auf, wie Big-Tech-Unternehmen systematisch billige Arbeitskräfte aus dem Globalen Süden nutzen, um ihre Produkte zu ermöglichen, ging auf den enormen Ressourcenverbrauch der sogenannten Künstlichen Intelligenz ein und wies auf den kritischen Einfluss von Social Media auf Demokratien hin.


Damit bot die erste Keynote einen hervorragenden Auftakt für die anschließenden Workshops. Bei diesen konnten die Teilnehmenden zwischen sechs unterschiedlichen Workshops wählen, die in zwei Phasen jeweils zweimal durchgeführt wurden. In den Angeboten wurden Fragen und Zusammenhänge von KI und Nachhaltigkeit ebenso wie die Macht von Big-Tech-Unternehmen zur Strukturierung digitaler Öffentlichkeiten adressiert. Es ging um den Umgang mit Anti-Feminismus auf TikTok und um Demokratie- und Menschenfeindlichkeit im populären Gaming. Im Zuge praxisnaher Angebote konnten sich die Teilnehmenden außerdem mit Methoden demokratischer Medienbildung sowie mit Fragen der pädagogischen Verantwortung im Kontext von KI und Demokratie auseinandersetzen. Aus den praxisnahmen Workshop konnten die Teilnehmenden damit vielseitige Impulse, Anregungen, Materialien und neue Methoden für ihre eigene Bildungspraxis mitnehmen.
Für den abschließenden Programmpunkt des Fachtags kamen dann alle Teilnehmenden noch einmal im Hörsaal zusammen. Die zweite Keynote des Fachtags wurde von Prof. Dr. Inken Heldt gehalten. Ausgehend von empirischen Befunden zu den Vorstellungen Studierender über KI zeigte sie unter dem Titel „KI und Social Media: Herausforderungen und Aufgaben für die Politische Bildung“ auf, an welchen Stellen Politische Bildung ansetzen kann, um Perspektiven zu erweitern und machte zugleich deutlich, dass es noch keine abschließenden Antworten auf den Umgang mit KI im Kontext Politischer Bildung gibt.
Auch in diesem Jahr konnte der Fachtag einen breiten Querschnitt aus dem Feld der Politischen Bildung erreichen. Insgesamt nahmen an der Veranstaltung etwa 150 Politische Bildner*innen aus allgemein- und berufsbildenden Schulen, verschiedenen Bereichen der non-formalen Politischen Bildung sowie der Wissenschaft teil, die aus unterschiedlichen Regionen Niedersachsens nach Hannover gekommen waren. Durch die insgesamt positive Atomsphäre und die wohlwollende Haltung aller beteiligten gab es viel Raum für Austausch, angeregt Diskussionen und spannende Denkanstöße. Wir nehmen viele neue Gedanken, interessante Anregungen und wertvolle Impulse für eine Politische Bildung in der digitalisierten Welt mit und freuen uns schon auf den 35. Tag der Politischen Bildung im kommenden Jahr!
