Mit über 120 Teilnehmenden fand am 08. September in den Räumen der Leibniz Universität Hannover einer der bisher größten Tage der Politischen Bildung statt. Die diesjährige Veranstaltung stand unter dem Titel: „Starke Politische Bildung für eine starke Demokratie“ und hatte das Ziel, Räume für Austausch und Vernetzung zu schaffen sowie Wissen und Methoden vorzustellen, um zur Stärkung der Akteur*innen der Politischen Bildung beizutragen. Organisiert wurde der Fachtag vom Landesverband Niedersachsen der DVPB in Kooperation mit der Niedersächsischen Landeszentrale für politische Bildung, die die Veranstaltung auch finanziell unterstützte und dem Institut für Didaktik der Demokratie der Leibniz Universität. Finanziell wurde er außerdem durch das Niedersächsische Kultusministerium gefördert.


Nach der Eröffnung durch den Zweiten Landesvorsitzenden Michael Nagel und einer Begrüßung durch den Landesvorsitzenden Dr. Moritz Peter Haarmann sowie durch Vertreter*innen der beiden Kooperationspartner*innen (Mikis Rieb, lpb und Prof. Dr. Dirk Lange, IDD) und des Kultusministeriums rahmte Prof. Dr. Fabian Virchow den Fachtag mit der ersten Keynote. Unter dem Titel „Demokratie in der Krise: Wo stehen wir und was ist zu tun?“ zeigte er demokratische Erosionen und Herausforderungen aus politikwissenschaftlicher Sicht auf und gab Ausblicke auf mögliche Reaktionen in der kommunalen Demokratie und der Politischen Bildung.

Im Anschluss konnten die Teilnehmenden zwischen sechs unterschiedlichen Workshops wählen, die in zwei Phasen jeweils zweimal durchgeführt wurden. Das Programm adressierte mit einem Austausch zu Formaten der Politischen Bildung in der Jugendverbandsarbeit und Fragen zum Mythos „Neutralitätsgebot“ sowohl die non-formale als auch die schulische Bildung. Daneben fanden mit Workshops zu praxisnahen Perspektiven zum Umgang mit antidemokratischen Positionen in Bildungssettings über Einführungen in rassismus- und antisemitismuskritische Bildung bis hin zur Auseinandersetzung mit Desinformation in Sozialen Medien vielfältige Angebote zu unterschiedlichen Aspekten bedrohter demokratischer Verhältnisse statt.

Den abschließenden Programmpunkt des Fachtags bildete die zweite Keynote von Prof. Dr. Julika Bürgin. Unter dem Titel „Politische Bildung in Zeiten der Entdemokratisierung“ warf sie einen kritischen Blick auf den Zustand der Demokratie sowie auf die unter Schlagworten wie „Neutralität“ und „Extremismusprävention“ zu beobachtenden Versuche der Einengung der Politischen Bildung und ihrer Akteur*innen.

Insgesamt nahmen an der Veranstaltung etwa 120 Politische Bildner*innen aus allgemein- und berufsbildenden Schulen, verschiedenen Bereichen der non-formalen Politischen Bildung sowie der Wissenschaft teil, die aus unterschiedlichen Regionen Niedersachsens nach Hannover gekommen waren. Damit konnte der Fachtag einen breiten Querschnitt aus dem Feld der Politischen Bildung erreichen. In den unterschiedlichen Formaten kamen sie in einen fruchtbaren Austausch über zentrale Fragen einer Politischen Bildung in einer Zeit, in der demokratische Errungenschaften zunehmend unter Druck stehen.