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Das Thema Digitalisierung fand in den vergangenen Jahren zunehmend Eingang in die Politische Bildung. Dabei wurde besonders das Internet als Ort für politische Gestaltungsprozesse in den Blick genommen. Fragen wie „Was bedeutet digitale Partizipation?“, „Wie kann ich meine Interessen im Internet vertreten und vorantreiben?“, „Welche Chancen und Gefahren stellt das Internet für die Demokratie dar?“, haben dazu beigetragen, die Bedeutung des Internets für digitale politische Teilhabe sichtbar zu machen.

Seltener vorzufinden ist allerdings die Perspektive auf das Internet bzw. die Digitalisierung als Gegenstand politischer Gestaltungsprozesse. Zusammengefasst unter dem Schlagwort „Netzpolitik“ finden sich beispielsweise folgende Fragen: „Wer gestaltet die Rahmenbedingungen für den politischen Diskurs im Internet mit welchen Interessen?“, „Welche Themenfelder fallen unter die Netzpolitik?“, „Wie kann Netzpolitik mitgestaltet werden?“. „Netzpolitik“ ist dabei eben solchen Aushandlungsprozessen, Interessenkonflikten und Regulierungsbedarfen unterlegen, wie andere Politikfelder auch und stellt damit einen wichtigen Gegenstand Politischer Bildung dar.

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Im kommenden Heft (2/2022) möchten wir uns daher dem Thema ‘Netzpolitik als Thema für die Politische Bildung’ widmen.
Aufsätze können in den folgenden Rubriken der Zeitschrift eingereicht werden:

Rubrik 1: Theoretisch-empirische Perspektive
In dieser Rubrik der PU interessieren wir uns für empirische und theoretische Auseinanderset-zungen mit dem Thema „Netzpolitik“. Die theoretischen Beiträge sollen einen Einblick in das Policy-Feld ermöglichen und erläutern, welche Themenfelder Netzpolitik konkret umfasst. Wünschenswert wären Auseinandersetzungen mit Akteur*innen der Netzpolitik, vorherrschen-den Interessenkonflikten, Ausschlussmechanismen sowie Teilhabemöglichkeiten im digitalen Raum.

Es schließen sich folgende Fragen an:
- Welche Themenfelder fallen unter den Begriff „Netzpolitik“?
- Welche Akteur*innen sind an den Aushandlungsprozessen der Netzpolitik beteiligt? Auf welchen Ebenen findet Netzpolitik statt?
- Welche Interessenkonflikte bestehen, etwa im Bezug auf Machtregulation im Internet? Welche Regelungsbedarfe und Lösungsansätze bieten sich an?
- Welche ethischen Fragen werden relevant und wie werden diese behandelt?

Rubrik 2: Fachdidaktische Perspektiven
Aus fachdidaktischer Perspektive freuen wir uns über Beiträge, die Netzpolitik als Thema Politischer Bildung im schulischen und außerschulischen Bereich in den Blick nehmen und darstellen, welche Facetten netz- und digitalpolitischer Medienkompetenz sie anvisieren. Ein Fokus kann auch auf der Diskussion von Interessen und Perspektiven von Akteur*innen und Trägern gesetzt werden, die Angebote machen. Auch die schulische Verankerung der Netzpolitik, zum Beispiel in Curricula, ist von Belang. Zuletzt interessieren wir uns auch für fächer- und disziplinübergreifende Perspektiven, also zum Beispiel, welche Brücken zu ökonomischer oder technischer Bildung, aber auch anderen Unterrichtsfächern, geschlagen werden und wie Schule und außerschulische Bildung in diesem Feld zusammenarbeiten können.

In diesem Zusammenhang werden unter anderem folgende Fragen relevant:
- Warum ist das Thema Netzpolitik für die Politische Bildung und die Demokratie bedeutsam?
- An welchen Problemfeldern und Konfliktlinien kann Politische Bildung ansetzen?
- Welche Kompetenzen sollten ausgebildet werden?
- Wie steht es um Wissen und Kompetenzen bei politischen Bildner*innen und Schüler*innen bzw. Teilnehmer*innen? Wie könnten Wissen und Fähigkeiten wie, Kompetenzen zur Partizipation, ausgebaut werden?
- Ob und wie kommt das Thema überhaupt in Unterrichts- und Bildungsmaterialien vor, wer bietet es (mit welchen Interessen) an und von wem wir es genutzt?

Rubrik 3: Bildungspraxis
Im Bereich Bildungspraxis können Unterrichts- und Bildungsmaterialien vorgestellt werden, die das Thema Netzpolitik oder einzelne Subthemen aufgreifen. Darunter fallen beispielsweise Themen wie Urheberrechtsfragen, Netzneutralität oder Datenschutz. Darüber hinaus kann in diesem Bereich auch auf bildungspraktische Herausforderungen eingegangen werden, wie eine (befürchtete) fehlende fachliche Kompetenz von Lehrkräften und außerschulischen Bildner*innen im Vergleich zur netzaffinen Schüler*innenschaft, dem Umgang mit privaten Erfahrungen der Lernenden im digitalen Raum oder auch generelle Digitalisierungsskepsis in Bildungseinrichtungen.
- Wie kann Netzpolitik in politischen Bildungsmaterialien adressiert werden?
- Auf welche Weise kann bildungspraktischen Herausforderungen begegnet werden?
- Welche außerschulischen Träger kommen als Partner*innen in Frage? Welche Bildungsmaterialien werden empfohlen? Wie können Weiterbildungen des pä-dagogischen Personals aussehen?

Interessierte senden bitte bis zum 10.06.2022 ein Abstract in deutscher Sprache im Umfang bis maximal 2000 Zeichen, inkl. Literaturangaben, sowie eine kurze Autor*innenbiographie an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Bitte verwenden Sie bei der Zusendung des Abstract den folgenden Betreff “Abstract Rubrik 1, Rubrik 2 bzw. Rubrik 3”.
Autor*innen ausgewählter Abstracts werden anschließend gebeten, ihr finales Manuskript bis zum 30.09.2022 (max. 20.000 Zeichen, inkl. Leerzeichen, exkl. Literaturverzeichnis) einzureichen.

Wir freuen uns auf Ihre spannenden Beiträge!

Das Redaktionsteam
Verantwortlich für diese Ausgabe:
Dr.‘in Daniela Kallinich, Andrea Grashorn und Theresa Bechtel

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